Es freut mich sehr, dass ich zu dieser Publikation
einen künstlerischen Beitrag leisten durfte:

1968 – Roll over and over again …

 

EDITION ROESNER, Galerie Kunst & Handel und Galerie KONZETT

2018, ca. 240 Seiten, Halbleinen mit Lesebändchen

ca. 24,90 € (A), ca. 24,20 € (D)

ISBN: 978-3-903059-74-0

 

Buchinfo

Eine einzigartige Studentenrevolte hält die ganze Welt in Atem. Als höchst originärer Beitrag Österreichs formiert sich der Wiener Aktionismus.

Viele Persönlichkeiten aus Politik, Kunst, Literatur etc. schreiben ihr ganz persönliches Statement: Was bedeutet „1968“ heute, 2018, für sie? So umfasst die Anthologie – einem bunten Mosaik gleich – zahlreiche höchst unterschiedliche subjektive wie objektive Aspekte, seien sie künstlerischer Natur oder literarischer, politischer, psychologischer, feministischer, persönlicher … Last but not least kommen junge Menschen zu Wort, deren spannende Antworten viele Fragen aufwerfen … Nach der Lektüre ist man  geneigt, gleich das nächste Mosaikteilchen hinzufügen zu wollen, und das ist gut so.

Mitherausgeber sind Gerhard Som­mer (Galerie Kunst & Handel, Graz/Wien) und Philipp Konzett (Galerie KONZETT, Wien), die aus ihren einzigartig umfangreichen Sammlungen zum Wiener Aktionismus Bilder, Fotografien und Abbildungen von Skulpturen zur Verfügung stellen.

 

 

„Der Himmel über Österreich war vor ‘68 eine graue Betondecke. Dann kam eine Generation von Künstlern, Dichtern und Filmemachern, die auf das Papier des Himmels neue Zeichen schrieben. Sie glaubten, sie seien Vögel.

Aber viele stürzten wie Ikarus wieder ab …“

Peter Weibel

 

„So fühle ich mich mit der Erkenntnis, nicht jung zu bleiben, sondern jung zu denken ins Altersdenken mitzunehmen, beinahe als zu einem Alt-Achtundsechziger im wahren Sinn des Wortes geworden.“

Miguel Herz-Kestranek

 

„1968 waren Zwänge noch sichtbare Mauern, gegen die man anrennen konnte. Fünfzig Jahre später werden wir dazu gebracht, selbst zu wollen, was uns diktiert wird. ‚Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit‘, wusste schon Marie von Ebner-Eschenbach.“

Alfred Komarek

 

„Und heute? Mit den Eindrücken von damals und den Erfahrungen eines erfüllten Lebens stelle ich fest: Nicht alles, was neu ist, muss unbedingt und automatisch besser sein. Neues, Unbekanntes, Revolutionäres zu wagen, ist entscheidend für eine Gesellschaft. Wichtig dabei ist aber, dass Kraft und Sensibilität vorhanden sind, um Überholtes hinter sich zu lassen und Bewährtes zu behalten. Um diesen Unterschied erkennen und den Blick für das Notwendige und Zukunftsträchtige schärfen zu können, ist es notwendig, auch Ausgefallenes, Ungewöhnliches und Provokantes – etwa in Kunst, Kultur und Wissenschaft – zuzulassen.

Eine Gesellschaft, die Provokation nicht aushält, hat sich selbst überlebt.“

Erwin Pröll

 

„Wut und Trauer mischen sich im Rückblick.

Es schien damals doch tatsächlich möglich, Möglichkeiten hinter angeblich unumstößlichen Gegebenheiten mfreizuschaufeln, Begriffe neu zu definieren, Verantwortung zu übernehmen, die über die Grenzen des unmittelbaren Umfelds hinausreicht, Bewegung anzuregen, wo Starre geherrscht hatte …“

Renate Welsh-Rabady

 

„Wir benötigen eine neue Revolution, jetzt und sofort. Das sind wir unseren Kindern und der Welt schuldig!“

Louie Austen

 

„Wir müssen den Stein weiter rollen.“

Hubert Christian Ehalt

 

„Der Dieter war für mich der wahre Kulturschock: wenn ich ihm Gustav Meyrinck, meinen Lieblingsautor, vorlas, schlief er ein. Seine biographischen Lebenslügen wurden erst durch seine Nachfolger enttarnt. Er war ein Kellner, der sein Sommereinkommen im Winter ins Wiener Nachtleben investierte, kein Journalist wie die anderen. Ich aber war dankbar, dass er mich bei seinen nächtlichen Lokaltouren mitschleppte und sich im Glanz der Szeneberühmtheiten sonnte: der Brus, der Burchhardt, der Mühl, der Klemmer, der Schmögner, der Schwarzkogler, der Wiener … und ein paar, die wirklich arbeiteten (und nicht nur bramarbassierten) wie der Fielhauer.“

Rotraud A. Perner

 

„Eines wäre noch zu sagen: Wir haben immer noch Alles – und davon zu viel.“

Philipp Heckmann

 

„P.S.: Auch ich selbst habe damals gegen Menschen, wie ich heute einer bin, demonstriert.“

Christoph Leitl

 

Mitwirkende

Günter Brus Rotraud A. Perner Peter Patzak Miguel Herz-Kestranek Alfred Komarek Peter Weibel Gerhard Jaschke Johanna Mikl-Leitner Konrad Paul Liessmann Hubert Christian Ehalt Erwin Pröll Bettina Röhl Susanne Widl Wolfgang Hohlbein Roland Girtler Philipp Heckmann Hilde Langthaler Milan Ráček Alfred Pfoser Dorothea Macheiner Gerhard Ruiss Rotraut Schöberl Helmuth Niederle Erni Mangold Gerhard Blaboll Louie Austen Gerald Szyszkowitz Susanne Scholl Nora Aschacher Erhard Busek Bernd Melichar Erika Pluhar Christoph Leitl Peter Kampits Hans Falb Erwin Piplits Roger Ballen Elisabeth Schawerda Nelly & Man­fred Baumann Heinrich Thaler Stephan Denkendorf Christina v. Hodenberg Gabriele Kögl Hans Stefan Hintner Nadja Sarwat Jörg Auzinger (Collage) Renate Welsh-Rabady Gerfried Sperl Niels Jensen Friedrich Hahn René Prassé (Fotos) Nikolaus Franke Michael Graber  Helga Cmelka Johannes Twaroch Alfons Schilling Nachlass (Fotos) Lisl Ponger (Fotos) Roman Grabner  Harald Krassnitzer Arabella Kiesbauer Hubert Klocker  Max Lercher Peter Pelinka Fritz Bläuel Erwin Leder usw. usf.

 

 

Foto:  Destinesia_7,  100 x 100,  Joerg Auzinger,  2018